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Dirty Diamonds Revue Von “Damon Fry” Sasha
Es war ein verdammt heißer Tag im Sommer 2005, ein Tag an dem man sich weiß Gott schöneres vorstellen könnte als mit dem Auto im Stau zu stehen. Vor allem wenn die Zeit immer knapper wird. In jener unseglichen Hitze der Nachmittagssonne knisterte ein Song mit dem Titel "The Saga Of Jesse Jane" aus den Boxen des Autoradios. Die Anwesenheit meiner charmanten Begleitung, Tina ( She´s perfect ) und der Gedanke an ein Happy Meal beim McDonalds gegenüber nahmen mir dann aber doch ein wenig die Anspannung. Als die Fahrt endlich weiter ging, waren es noch etliche Meilen bis nach Freiburg-City, wo die Band "Evidence One" bereits die Bühne des Internationalen Zeltfestivals betreten hatte. Auf Happy Meal und jegliche Art von Geschwindigkeitsbegrenzungen geschissen, erreichten wir, von einer Staubwolke begleitet, das Festivalgelände. Trotz all der Sehenswürdigkeiten eilten Tina und ich zu dem großen Zelt am Ende des Platzes aus dem schon die Klänge zu "Sick Things" dröhnten. Hier wartete aber noch das letzte Hinderniss auf uns. Eine Truppe besorgter Securitys umringte uns um mir meine schwarzen Lederhandschuhe abzunehmen. Auch wenn ich diesen dreisten Diebstahl beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte, blieb jetzt keine Zeit mehr für lange Diskussionen. Jetzt hieß es Paltz nehmen, Make-Up auffrischen und Manege frei für "Alice Cooper´s Dirty Diamonds Revue" !!! Im Festzelt wurde es urplötzlich Dunkel, während das "Phantom Der Oper-Intro" ertönte. Unter tosendem Beifall betraten Ryan Roxie, Damon Johnson, Chuck Garric und Eric Singer die Bühne, welche wie immer einer Geisterbahn ähnelte. Vom Nebel des Grauens umhüllt stieg dann auch er die Treppe zur Bühne hinab, der legendäre und unsterblich scheinende ALICE COOPER!!! (mit schwarzen Lederhandschuhen *g*) Die Masse tobt und der Opener "DEPARTMENT OF YOUTH" wird frenetisch gefeiert. Schlag auf Schlag geht es mit "NO MORE MR. NICE GUY" weiter, spätestens jetzt gibt es kein halten mehr. Dann das erste Stück vom neuen Album, der Titeltrack "DIRTY DIAMONDS", zu dem Alice Perlenketten im Puplikum verteilt. Bei "BILLION DOLLAR BABIES" flattern die Dollar Scheine vom Degen bevor sich "BE MY LOVER" (OR FOUR, OR FIVE, OR SIX) zum absoluten Party-Hit hoch rockt. Mit "LOST IN AMERICA" schlagen Alice und die Jungs dann einen etwas härteren Ton an, nur um das ganze mit der Akustik Gitarren-Ballade "I NEVER CRY" sanft abzulöschen. "WOMAN OF MASS DISTRACTION" heißt an diesem Abend der zweite aber leider auch letzte Song vom aktuellen Album. Zu "I´M EIGHTEEN" geht der Meister klassischer Weise an der Krücke und präsentiert danach "BETWEEN HIGH SCHOOL & OLD SCHOOL" und "WHAT DO YOU WANT FROM ME" vom 2003´ er Silberling "The Eyes Of Alice Cooper". Das Onkel Alice trotz seines fortgeschrittenen Alters noch immer über genügend Sex-Appeal verfügt, beweist er seinen Fans bei "IS IT MY BODY". Als Calico Cooper in der Rolle des Peitsche schwingenden Vamp´s auf der Bühne auftaucht, beginnt mit "GO TO HELL" die obligatorische Höllenfahrt. Nachdem die Vampirlady Alice unter ihrem Umhang hat verschwinden lassen, läutet die Band mit "THE BLACK WIDOW" das 30-jährige Jubiläum des "Welcome To My Nightmare" Albums ein. Hier regnet es dann auch diese kitschigen, neongrünen Leuchtstäbe auf die Bühne. Tja, hätten sie unser einem mal die Handschuhe gelassen und diesen Hirnamputierten die schwulen Stäbchen abgeluchst! Zu "GIMME" kehrt Alice als der Showman auf die Bühne zurück und füttert bei "FEED MY FRANKENSTEIN" den parat stehenden Sarg mit Leichenteilen. Das Geräusch eines aufziehenden Gewitters kündigt unheilvolles an, "WELCOME TO MY HIGHTMARE". Ohne Musikalische Begleitung aber mit sehr kräftiger Stimme setzt Alice in der Rolle von Steven zu "THE AWAKENING" an und seine Tochter Calico schlüpft in die Rolle einer graziösen Tänzerin, jener Tänzerin der es bei "STEVEN" an den Kragen geht. Obwohl der Schurke versucht es mit "ONLY WOMEN BLEED" wieder gut zu machen, lässt Calico ihn bei "BALLAD OF DWIGHT FRY" in die Zwangsjacke stecken. Selbstverständlich kann er sich aus dieser misslichen Lage im Handumdrehen befreien, zückt ein langes Messer und wird zum "KILLER". Should we burn him? No? Should we hanging him? No? Die Fans kennen die Antwort: "Gilloutine! Gilloutine! Gilloutine!". Somit scheint das Schicksal des Alice Cooper besiegelt zu sein. Eine Bande schauriger Gestalten zerrt den Schockrocker unters Schafott und der Bösewicht verliert seinen Kopf. Dieser wird zu "I LOVE THE DEAD" ebenfalls in den Sarg gepackt, aus dem kurze Zeit später ein durchaus lebendiger Alice Cooper empor steigt. It´s Partytime!!! "SCHOOL´S OUT" (FOR SUMMER) und aus den riesigen Partyballons regnet es Konfetti. Nun, damit wären wir am Ende des regulären Programms angelangt , natürlich lässt die Zugabe nicht lange auf sich warten und "POISON" bringt die Menge endgültig zum kochen. "WISH I WERE BORN IN BEVERLY HILLS" wird von Calico als Paris Hilton begleitet und bei "UNDER MY WHEELS" geben Alice und die Jungs nocheinmal alles, bevor sich ein unvergesslicher Abend in der "Dirty Diamonds Revue" dem Ende neigt. Völlig erschöpft aber genauso glücklich machten Tina und ich uns dann auf den Weg in eine laue Sommernacht, in der uns das lang ersehnte Happy Meal nicht vorenthalten bleiben sollte. By Damon Fry
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