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Wie wir Fans wurden...
Alice Cooper - dieser Name ist mir zwar schon lange ein Begriff, aber irgendwie hatte ich, bis vor einigen Monaten, noch keinen einzigen Song von ihm gekannt- bestimmt kaum zu glauben bei meinem Alter. Mein Musikgeschmack wechselte eigentlich immer mal hin und her, so zwischen OMD, Bee Gees usw. (was halt immer so im Radio lief), ohne ein richtiger Fan von irgendjemandem zu sein. Eigentlich war ich immer auf der Suche nach was ganz Besonderem, Hinreisendem. Einmaligem - und das habe ich mit Alice und seiner Musik endlich gefunden. Und eigentlich war das nur ein glücklicher Zufall: Mir gefiel das Lied ”Poison” von Groove Coverage ziemlich gut. Meine älteste Tochter, die früher mal ein ziemlicher Rockfan war, meinte: “Weißt du eigentlich, dass dieser Song eigentlich von Alice Cooper ist?” Nun, neugierig geworden, wie das Original wohl klingen mag, hab' ich mir’s natürlich gleich übers Netz downgeloaded - und es gefiel mir auf Anhieb total. Das war ja viel viel besser als die nachgesungene Version! Das hätt’ ich echt nicht gedacht. Jetzt wollte ich noch mehr! Und habe weiter downgeloaded und -geloaded. Und wollte (und will!) immer noch mehr - denn dieser Mann und seine Musik machen einfach süchtig So habe ich mir inzwischen schon so etwa 15 Alben zugelegt, sowie einige DVDs und Videos und jedes Teil ist sein Geld wert. Ich kenne keinen Künstler, der so vielseitig und kreativ ist wie Alice. Jeder Song von ihm hat etwas Einmaliges, was man bei keinem anderen Musiker in der Form findet. Man kann seine Lieder immer wieder und wieder anhören, ohne dass es einem über wird. Ganz im Gegenteil, man giert danach, wenn man mal an einem Tag eventuell nichts von Alice gehört hat -na eben süchtig! Ja, ich kann sogar aus eigener Erfahrung sagen: Diese Musik kann dir Kraft geben in schweren Stunden. So nach dem Motto: Wenn du denkst, es geht nicht mehr, dann nimm einen Song von Alice her. Unser erstes Konzert - Rastatt Juni 2004 Rastatt - das ist von Sachsen ziemlich weit weg, so an die 500 km. Wir wären mit Sicherheit auch eher nach Dresden gegangen, aber als dieser Tourtermin gekannt gegeben wurde, hatte ich die Rastatt-Karten schon. Außerdem ließ sich das ganz gut verbinden mit einem Besuch bei meiner Mittelgroßen, die so etwa 100 km weit weg von Rastatt wohnt. Als wir gegen 13.00 Uhr in Rastatt eintrafen, stand schon ein kleiner Trupp - so an die 10 Leute - vor der Badner Halle. Wir haben uns dann so gegen 16.00 Uhr dazugesellt, inzwischen waren aber auch noch nicht so nennenswert viele Fans da, vielleicht so 40 - 50. Man ist so mit der Zeit ins Reden gekommen und es hat sich herausgestellt, dass auch einige ”Paleriders” anwesend waren. So gegen 18.15 hat man uns in so eine Art luftdicht abgeschlossenenVorhof gelassen mit zwei Doppeltüren zum eigentlichen Foyer. Pünktlich um 19.00 Uhr (die Fan-Schar war inzwischen erheblich angewachsen) wurde eine dieser Türen geöffnet, wir standen natürlich wie so viele andere auch, an der falschen. Das Gedränge war dementsprechend mordsmäßig groß. Schließlich sind wir aber dann doch ganz gut reingekommen und ab ging’s Richtung Bühne. Juchhu!! Zweite Reihe! Herz, was willst du mehr! Meine Kleine haben sogar zwei nette junge Damen (ich glaube die eine war) ganz nach vorn in ihre Mitte gelassen. 20.00 Uhr ging’s los mit der Vorband. Leider hat mein Kind schon da einen hysterischen Anfall bekommen wegen der Lautstärke (Ohrschützer hatten wir leider keine, weil wir dachten, soooo laut wird’s nu auch wieder net sein - denkste, war sogar mir bissel zu laut). Also haben die Fans vor mir die Ordner gerufen, die mit dem Kind raus, ich durch die Reihen nach hinten gezwängt, Kind gesucht u. im Sani-Zimmer gefunden. Das Konzert war somit so gut wie gelaufen - ich hätte heulen können. Dann kommen natürlich noch solche Kommentare wie: ”Mit einem Kind kann man eben auch nicht in ein Rockkonzert gehen - noch dazu zu Alice Cooper.” Wäre ich vielleicht auch nicht und ich habe lange gezögert, aber erstens hat mich Franzi inständig angebettelt, sie doch mitzunehmen und auf einer DVD (ich glaube, es ist die ”Brutally live”) ist auch ein Kind etwa so in diesem Alter zu sehen. Außerdem habe ich in Rastatt noch andere Kinder gesehen, die sogar noch jünger waren. Jedenfalls hat man Franzi dann erst mal einigermaßen beruhigen können. Wir haben uns dann noch Ohrstöpsel gekauft und sind in der Pause wieder rein, wie zu erwarten, gab’s dann nur noch hintere Plätze - für das Kind aussichtslos, irgendetwas zu sehen. Zum Glück standen da aber einzelne höhere Tische rum und ein starker Mann hievte mein Kind ruckzuck auf einen solchen. So konnte zumindest sie Alice ganz gut sehen, leider eben nur von weitem. Für mich selbst war’s bissel schwieriger. Da ich relativ klein bin und vor mir vorwiegend nur Riesen standen, musste ich immer mal hin und herhuschen, um wenigstens hin und wieder Alice mal zu Gesicht zu bekommen.Das war alles in allem natürlich schon recht schade, aber das Konzert hat uns trotzdem super gut gefallen. Alice war einfach umwerfend toll, und es war viel zu schnell zu Ende. Hoffentlich kommt er nächstes Jahr wieder nach Deutschland. Wir werden auf jeden Fall da sein - aber diesmal gleich mit Ohrenschützern.
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