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Brutally Live at the Huxleys O.k., einige von Euch werden dem Ruf des 2001er Highlights ja sicher auch bis nach Berlin gefolgt sein, deswegen verstehen wir das Folgende einerseits als ein kleines Review für diejenigen, die dieses Glück nicht hatten, aber andererseits auch für uns - Martina (Fotos) und Silke (Text) - als eine süße Erinnerung an eine Wahnsinnsnacht. So, let the game begin...
Bevor wir aber starten, möchten wir gern einen heißen Gruß an alle netten Leute senden, die mit uns ab ca. 15.30 Uhr (oder auch eher) die Tür zum Huxley`s „bewachten“. Es ist doch immer wieder schön, interessante Leute kennenzulernen, die dieselbe Leidenschaft teilen, wie man selbst. So vergeht natürlich die Wartezeit auch besser, naja, zumindest theoretisch. Aber egal. Eigentlich sollte ab 20 Uhr Einlaß in die heilige Stätte sein, aber irgendwer hatte Erbarmen mit uns und so wurden die Tore schon eine Viertelstunde eher geöffnet. In dem Moment kam man sich vor, wie auf einem Konzert der Backstreet Boys, zumindest war es so chaotisch, durch die Kontrollen zu kommen. Aber das muß wohl so sein - na und ehrlicherweise sollte man wohl sagen, das wir selbst auch nicht viel besser waren, schließlich ging es ja um jeden Zentimeter, den man auf diese Weise Meister Cooper näher kam. Aber soweit war es ja noch lange nicht... Wir hatten es doch tatsächlich bis in die zweite Reihe, und auch noch ziemlich in die Mitte geschafft. Leider ging es Martina an diesem Abend nicht so prächtig, bevor also Schlimmeres passierte, ging sie erstmal nach hinten, kam aber später von der Seite doch noch zu einer relativ guten Sichtposition. 20.30 Uhr begann die erste Vorgruppe, keinen Schimmer, wie die hießen. Musikalisch eher mittelprächtig - bis später auch noch eine „Sängerin“ dazukam. Optisch wie St.Pauli auf Ausgang, stimmlich wie - keine Ahnung, wer so schlecht singt. Na o.k., konnte also nur noch besser werden. Na und wir hatten Glück, das tat es auch. Der zweite Support hatte irgendeinen Contest gewonnen und durfte für unseren Alice anheizen. Die „Soul Doctors“ waren wirklich garnicht schlecht, stimmlich, songmäßig und auch sonst wußten sie genau, wie man ein Publikum auf seine Seite zieht. Naja, ich sollte vielleicht auch erwähnen, das sie ziemlich gut aussahen... Nun aber - Live from the Brutal Planet aus der Monsterhalle „Huxley`s Neue Welt“ in unser aller Hauptstadt - kam doch tatsächlich ein uns sehr gut bekannter Herr im besten Mannesalter die Treppe hochgeschritten!
Dieser Moment ist ja immer etwas ganz Besonderes, nicht nur, das man endlich die Schmerzen im Rücken und in den Füßen nicht mehr merkt. Es ist, als bliebe jeden Moment das Herz stehen und es gefällt einem auch noch. Na egal, das erlebt sowieso jeder auf seine eigene Weise. Die Show war im Prinzip ähnlich, wie die im vergangenen Jahr, es gab nur ein paar kleine Änderungen, die wir dann hier noch besprechen. Ansonsten kann man sagen, das Alice supergut drauf war, er hatte die volle Power, was mich persönlich immer wieder aufs Neue erstaunt und hoffen läßt. Es paßte alles supergut zusammen, das Gesamtkunstwerk „Brutal Planet“ war einfach nur eine Augen- und Ohrenweide, die Stimmung auf und vor der Bühne war einfach sagenhaft. Die Crew war auch dieselbe, allerdings wurde Pete Freezin von einem jüngeren Mitstreiter ersetzt, den Namen haben wir leider nicht richtig verstanden. Da stand ich also, zum ersten Mal im vollen Bewußtsein eines „Cooper-Maniacs“, gierig mein Idol so nah und intensiv wie möglich zu sehen, zu hören und zu bestaunen. Die ersten Momente waren einfach nur magisch. Ein paar Reihen hinter mir brachte es ein zwar sehr hysterischer, aber doch mitfühlender junger Mann auf den Punkt, bestimmt zwei Minuten lang schrie er: „Er ist wieder da, der Meister ist zu uns zurückgekehrt, Alice ist da...“. Danach haben wir alle nur noch in voller Extase diese wundervoll kranken und tiefsinnigen, stimmungsvollen und so realen Songs mitgesungen, na man sollte vielleicht sagen, mitgeschrieen. Alice war wunderbar, seine Augen strahlten - und unsere erst, wenn er zu uns rübersah! Natürlich hat er uns angesehen, klaro - und davon leben wir jetzt, bis er uns mal wieder heimsucht, spätestens in unseren Träumen. So, jetzt mal Klartext, was war denn nun anders? O.k., wir verraten es euch; Songtechnisch wurde „You drive me nervous“ durch „Clones (We`re all)“ ersetzt und „Elected“ durch „Department of Youth“. „Elected“ ist zwar einer meiner Lieblingssongs, aber „Department of Youth“ ist ja mindestens genauso gut und die absolute Partyhymne! Dann gab es eine Szene, in der er von hinten eine Whiskyflasche (!!!) holte, sich damit abfüllte und dann torkelnd wieder zu uns zurückkam. Obwohl es ja nur gespielt war, fand ich es trotzdem nicht so prickelnd, denn irgendwie erinnert es mich immer wieder daran, das jederzeit wieder Schluß sein kann mit lustig. Vielleicht hab ich das im letzten Jahr auch nicht mitbekommen, für mich war es jedenfalls neu. Andere mögen denken, ich übertreibe, aber das ist eben mein ganz privater Horror. Nun aber wieder zu lustigeren Dingen. Natürlich hatte der Meister auch wieder sein „BRITNEY WANTS ME“ - „DEAD“ Shirt an. Passenderweise kam dann auch Calico auf die Bühne, allerdings richtig süß als Britney verkleidet. Sie sang „Baby one more time“ und hat ihn förmlich angefleht: „Hit me baby one more time“. O.k., meinte Alice, wenn sie so nett darum bittet - und schon hatte sie seine Faust im Gesicht. Dann wurde sie von der Band verprügelt. Kann sich jeder seine eigene Meinung darüber bilden - und das ist auch gut so, denn dann hat Meister Vince sein Ziel wieder erreicht.
Außerdem hat er uns wieder leicht verwirrt. Als er seine Crew vorgestellt hatte, ist es doch meist so, das er sich in voller Pose hinstellt und sagt: „And - of course - ME“. Scheinbar hatten alle auf diesen Spruch gewartet. Aber er fragte diesmal: „Who am I?“ Scheinbar waren wir damit etwas überfordert, denn es kam kaum eine nennenswerte Reaktion. Typisch bösartiger Alice, konnte er uns das natürlich nicht durchgehen lassen und fragte mit ziemlich wütender Stimme und einem irrem Gesichtsausdruck: „Who am I?“ Da waren wir wieder auf der Höhe und schrieen aus voller Kehle „AAAAAAAAALICE COOOOOOOOPER“. Dann war er beruhigt und lächelte...
So, das war jetzt technisch genug, jetzt gibt’s wieder ein paar Feelings von uns, wen`s nicht interessiert, der liest einfach beim nächsten Absatz weiter. Dadurch, das wir ziemlich gute Plätze hatten, gibt`s natürlich noch ein paar andere Dinge zu berichten. Der Henker an der Gillioutine hat mich mit Blut vollgespritzt, war erst etwas eklig, dann war ich stolz drauf. Einen Dollar-Schein hatte ich kurzzeitig zu fassen bekommen, hab ihn aber nicht festhalten können, es waren einfach zu viele Hände und nur ein Degen voller Scheine für alle. Die Marshallstäbe wurden jeweils rechts und links neben mir verteilt, aber irgendwie hat mich das nicht so gewurmt, wie ich angenommen hatte. Dafür hab ich „meinem“ Alice gegenübergestanden, etwas anderes war da nicht mehr wichtig. Endlich stand ich auch mal genau dort, wo diese Riesenluftballons ankamen. Ich war so happy und zufrieden in dieser Nacht, nicht nur wegen dieser vielen kleinen Wunder, auch weil ich in seine Augen und sein Gesicht sah - und dort war der pure Spaß an der Sache und eine riesengroße Portion von Lebensfreude zu sehen, das mir ringsherum alles völlig egal war. Selbst dieser Klassiker „Poison“, auf den ich im letzten Jahr so sehr gewartet hatte, und der dann live doch hinter vielen anderen Songs in meiner Gunst stand, war diesmal so viel besser interpretiert. Er hatte eine Ausstrahlung, die man hier einfach nicht mit Worten beschreiben kann. Wie immer sucht er sich zum Schlußrefrain jemanden aus, die er mit den Augen total fixiert. Irgendwie hatte ich ja immer noch gehofft, soviel Glück zu haben, aber solche Zufälle passieren doch eher selten. Aber egal, es war jemand ganz in meiner Nähe und ich weiß nicht genau, ob ich diesem Blick standgehalten hätte. Vielleicht wäre das Konzert damit für mich beendet gewesen? Es wurde tatsächlich jeder Song, den er brachte vom Publikum gebührend gewürdigt, so wie es eben paßte, bei den Partysongs mit gemeinschaftlichem Hüpfen und Schreien, bei ernsteren Songs (z.B. Pick up the bones) mit verhaltenerem Mitsingen und düsteren Mienen. Ich glaube, das gerade dieser Gleichklang der Feelings und der Reaktionen ihm zeigt, das sich die Leute tatsächlich darüber bewußt sind, was er uns über seine Lieder mitteilen möchte und das er verstanden worden ist. Ist das nicht einfach nur schön.... Apropos schön, was macht diesen Mann denn so schön? Also falls irgendjemand hierauf eine Antwort hat - her damit! Für mich ist es diese innere Stärke und Zufriedenheit, die Lebenslust und das er das natürlich auch ausstrahlt. Obwohl mir die meisten Menschen hier nicht unbedingt zustimmen werden, aber dieser Mr. Furnier ist für mich einfach nur schön, wahnsinnig, wunderbar, irre, faszinierend, toll, anziehend, ... soll ich weiter-machen? To hot for talking... O.k., es gibt da einen Minuspunkt - und das ist wenn er lächelt, das macht die Sache einfach nur noch schlimmer! Im Gegensatz zum Vorjahr hatten wir diesmal auch einen gewaltigen Vorteil. Damals waren die Songs vom „Brutal Planet“ - Album noch neu, diesmal kannten wir die Texte, da klappte das Mitsingen natürlich viel besser! Macht auch viel mehr Spaß!
Beim Song „The little things“ haben wir dann in einem günstigen Moment unser „little thing“ auf die Bühne geworfen, einen Golfhandschuh „for the best voice on golf course“. Ich hab dann am Schluß solange gewartet, bis irgendein Techniker das Geschenk mit eingepackt hat, vorher hätte ich mich dort nicht wegbewegt. Es wurde dann tatsächlich in die Tonne mit den Requisiten reingetan, wo auch die Krücke, die Knochen, Degen usw. eingesammelt wurden. Jetzt können wir also nur hoffen, das er es auch tatsächlich bekommt, aber das war auch so schon mehr, als wir erwartet hatten. Mr. - Showman - Alice - you are my little Poison too - Cooper hat uns also wieder verlassen, jedoch nicht, ohne uns wiedermal klarzumachen, wie ein gelungenes Rocktheater auszusehen hat. Auch wenn viele Leute ihn total mißverstehen - er hat uns in dieser Nacht in den Rockerhimmel mitgenommen - und dort warten wir auf seine Rückkehr... O Mann sind wir krank!!!
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