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    Welcome To My Nightmare ???
Von Dieter Olschewski


Wie ein  Alptraum kam es mir vor, als Anfang April auf einer Fanseite im Internet mit großen gelben Lettern geschrieben stand:  Alice Cooper live in Germany.  Unglaublich.........endlich die Chance, einen der größten Rockstars aller Zeiten, dessen Musik mich seit über 25 Jahren begeistert, live zu erleben. Schon zwei Wochen vor der Europatour erschien das neue Album  „BRUTAL  PLANET“, welches eine gekonnte Mischung aus Rock and Roll und modernen Metal-Klängen ist. Ein Beweis dafür, dass man auch nach 30 Jahren im Showgeschäft nicht zum alten Eisen gehören muss. 

Dann war es endlich soweit. „Alice Cooper Live from the brutal Planet“, am 18.06.2000 in Neubrandenburg.

Bereits gegen 1830 Uhr versammelte sich der harte Kern der Fans vor dem Jahn-Sportforum, um einen guten Platz vor der Bühne zu ergattern. Kurz nach 19 Uhr hatte man es geschafft..........man stand vor der Bühne, auf der in einer guten Stunde ein Traum in Erfüllung gehen würde.........................

Die Bühne ist nach alter Cooper-Manier gestaltet und bietet ein totales Chaos - da liegen zwischen alten Autoreifen und rostigen Fässern, Knochen und Gerippe herum, wie es sich für Gruselmeister Alice gehört. Auch seine berühmte Guillotine steht in der Ecke.

Punkt 20.30 Uhr -  Die Verstärker heulen auf - Ein ohrenbetäubender Lärm erfüllt die Halle - Vier Musiker springen auf die Bühne und haben vor, Musik zu machen. Eine Trash-Metal-Band aus Schweden. Eine halbe Stunde lang  Krach und Gebrülle und es geht ein Aufatmen durchs Publikum, als die Band endlich die Bühne verlässt. Danach folgen 15 Minuten Bühnenumbau, Test der Technik und der Instrumente....... 5 Minuten Stille.

Die Show beginnt. Ein Eisengestell wird auf die Bühne gefahren und zwei Türen werden geöffnet, hinter denen ein böses Monster eingesperrt ist und die Welt bedroht und verwünscht. Die Musik hämmert los und an den ersten Klängen erkennt man sofort den Titelsong des neuen Albums „BRUTAL  PLANET“. Nebelschwaden ziehen in rotem und grünem Licht über die Bühne und im Hintergrund taucht auf einem Podest eine Gestalt im Nebel auf: Alice  

Und wer noch immer gezweifelt hat, der weiss es jetzt genau. Nach den ersten Tönen der markanten Stimme des Meisters ist die Sache klar. Alice Cooper steht wirklich vor uns. In einem langen, roten Samuraimantel, mit einem Schwert auf dem Rücken,  fuchtelt er mit einem Riesenzepter über seinem Kopf herum und blickt dämonisch in den Saal. Der Gesang sowie die Instrumente sind perfekt aufeinander abgestimmt. Neben drei sehr jungen Gitarristen sowie einem Musiker am Synthesizer wird die Band von Eric Singer ( KISS ) am Schlagzeug begleitet, der die richtige Power rüberbringt.

Schon nach dem ersten Titel springt der Funke zum Publikum über, was natürlich auch die Band mitbekommt. Nahtlos und ohne Pausen gehen die Titel ineinander über und Alice Cooper ist voll in seinem Element, wie in alten Zeiten. Die Mischung der Titel ist perfekt. Die Band spielt insgesamt 25 Titel aus 10 verschiedenen Alben und alles klingt sehr originalgetreu.

Alice bleibt seinem Publikum nichts schuldig. Von seinem neuen Album spielt er 6 Nummern, darunter die fantastischen Titel „PICK  UP  THE  BONES“ und  „TAKE  IT  LIKE  A  WOMAN“.  Als er seinen Welthit „POISON“ anstimmt, kocht der Saal.  Plötzlich wird es dunkler  und eine Krankenschwester mit einem Kinderwagen taucht auf der Bühne auf. Jeder weis Bescheid. Jetzt kommt der berühmte, berüchtigte Showteil, auf den seine Fans warten. Obwohl er das seit 30 Jahren macht und ihm auch schlechte Kritiken einbringt........... das ist Alice........das gehört dazu......das wollen seine Fans sehen........das muss er machen..................                       

Man wird ins Jahr 1971 zurückversetzt, wenn er in der Zwangsjacke auf  dem Boden kniet und „THE  BALLAD OF DWIGHT  FRY“ singt. Und es klingt genauso wie damals. Aber auch die spektakuläre Hinrichtung darf natürlich nicht fehlen, der Henker, der den Kopf von Alice ins Publikum hält und dazu  der Titel „I  LOVE  THE  DEAD“.

Nachdem Alice erfolgreich aus dem Fallbeil befreit ist, denn er war tatsächlich eingeklemmt, stimmt die Band den Instrumentalklassiker „DEVILS  FOOT“ an, eine Wahnsinns-Nummer. Aber dann geht es erst richtig los.  Jetzt kommen Sie alle - seine großen Hits................

I`M  EIGHTEEN ,     SCHOOLS  OUT,      BILLLION  DOLLAR  BABIES,

NO  MORE  MR.  NICE  GUY,      UNDER  MY  WHEELS,      DEAD BABIES,

GO TO HELL,     ONLY  WOMEN  BLEED

Und erst beim Mitsingen wird mir so richtig klar, ich singe das erste Mal in meinem Leben einen Titel von Alice Cooper...........  zusammen  mit Alice Cooper. Und dann kommt der Moment, wo er vor mir steht und  bei „NO MORE MR. NICE GUY“  das Mikrofon vor meine Nase hält.  Der Puls rast........Blutdruck 180.............  Jetzt brüllen was das Zeug hält, und bloß nicht aus den Latschen kippen..................

Als nach der Zugabe „ELECTED“ gespielt wird, ist alles klar  -  gleich ist die Show zu Ende. Fast zwei Stunden, die kein Alptraum waren, sondern ein unvergessliches Erlebnis.........Thank you Alice 


© Dieter Olschewksi, exclusiv für www.palerider.de, November 2000


Danke Dieter für Deinen Beitrag.  -Gerhard Zacher

 


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