[Home]   [Fan-Specials]   [Buddy-Check]   [Alice Forum]   [Kleinanzeigen]   [FanPics]   [email]


Leipzig und Dresden = Dragontown on the Brutal Planet?
von Silke Winter und Stephan Wagner


Nun ja, das weiss man auch nicht so genau. Zumindest war Meister Cooper mal vorbeigekommen um vor den Risiken und Nebenwirkungen zu warnen.

Jaaaaa, nur nicht so bescheiden – ist das nicht einfach irre?! Alice war endlich in den Alten Schlachthof (nomen est omen...) nach Dresden gekommen, das war schon so lange meine große Hoffnung. Die Kulisse ist aber auch wirklich wie geschaffen für den Meister...

Nun aber mal der Reihe nach; Zuerst einmal Leipzig: ...Stephan...

Alice in Sachsen – welch eine Ehre ...
Naja, ein Freitag hat Vor- und Nachteile: Man kann am Folgetag auspennen, hat aber mit dem Wochenendverkehr auf der Autobahn zu kämpfen. Trotzdem oder gerade deshalb waren Silke und ich perfekt getimed in Leipzig. Ein Parkplatz war ohne Probleme gefunden, so daß wir 18.45 Uhr des Haus Auensee erreichten. eine große Menschentraube drängte sich schon vor der Tür. Ordentlich erzogen, wie wir sind, stellten wir uns ganz vorn an die Barriere und begrüßten einige andere Fans wie alte Bekannte. Rechtzeitiges Kommen sichert die guten Plätze ... oder wie war das doch gleich?

Die übliche Show der Security begann: erst ein ängstliches Gucken durch den Türspalt, einige Zeit später die große Mülltonne vor die Tür gewuchtet und recht pünktlich wurde eingelassen. Sicherheitscheck, Gesichtskontrolle – endlich! Gut, noch steht Alice noch nicht auf der Bühne, aber zumindest sind wir erstmal drin. Den Verkaufsstand rechts liegengelassen, einen weiten Bogen um den Würstchen- und Glühweinstand, den Saal durchquert: 2. Reihe halbrechts, Auge in Auge mit der Guillotine.

Der Saal füllte sich und man plauderte mehr oder weniger entspannt mit dem umstehenden Besucherrn. Völlig durchmischtes Publikum: von knapp 18jährigen bis zu doch schon 60jährigen.

Dann – 20.00 Uhr bemühte sich die Vorband auf die Bühne: "Hello, we are not the L.A.Guns, we are the Dogs d'Amour!" begrüßte uns der Sänger [was speziell gewisse Pressemitarbeiter wohl nicht mitbekommen hatten...]. Allerdings war die Band einfach - - immer noch nicht fertig. Eher einfach nur laut, wenig innovativ und weit entfernt von LUKAN, welche die BP-Tour supportet hatten. Während LUKAN damals die Leute (zumindest in Plauen) richtig auf Touren brachte, konnten die Dogs keine richtige Stimmung verbreiten. Bei aller Akzeptanz der Vorbands, hier muß ich doch die Vokabel "endlich" benutzen, als sie die Bühne räumten und die Umbauten begannen.

Blutrote asiatische Schriftzeichen wanderten über die Saaldecke, die Band verteilte sich auf der Bühne und intonierte "SDM", der große Gong wurde geschlagen und dann – jaaa .. in dem genialen bodenlangen Ledermantel stand er auf der Bühne und legte los. Keine Spur des Alters, offensichtlich ausgezeichnet gelaunt; das Publikum war voll dabei.

Den Ablauf der Show kennen die Leser dieser Zeilen, so daß ich nicht weiter darauf eingehen muß. Zum Großteil nur geringfügig verändert gegenüber der BP-Show, mit mehr Auftritten von Calico, empfand ich sie doch insgesamt als kälter. Näher begründen kann ich das nicht; es ist einfach so.

Irgendwann hielt Alice einen Strauß mit gelben Tulpen in der Hand, den er mehr oder weniger stilgerecht am Mikrofonständer in die Einzelteile zerschlug. Zwei Songs später geht er Meister zu Boden, ist aber sofort wieder auf den Beinen. Völlig Herr der Situation, baut er die Panne in die Show ein: ein fragend-suchend-finsterer Blick über den Bühnenboden, ein Leuchten, als er die Ursache des Sturzes findet: er war auf den Stielen der Tulpen ausgerutscht. Mit kühnem Schwung wirft er sie hinter seinem Rücken entlang ins Publikum...

Stichwort Publikum: Es wußte, wen es vor sich hatte, ging mit, sang mit, war aber erstaunlich "zahm": keine Drängeleien bei Konzertbeginn, keine Schlägereien um diverse herabgeworfenen Utensilien, aber gut drauf.

Unvermeidlich spitzte sich die Show zu, bis Alice unter dem Fallbeil landete: Halbzeit. Eric Singer trommelte beeindruckend, aber weniger "leuchtend" als auf dem Brutal Planet, bis dann Alice im wenig weißen Anzug dem Transfomer entsteigt und die alten Hits Revue passieren läßt. Irgendwann das stets tolle Kunststück mit dem Zylinder, welches unvermeidlich das nahende Ende der Show ankündigt: "Schools out!" Die Leute spielen begeistert mit dem Luftballons, fordern und bekommen die Zugabe, sehen Britney und dann nur ihren Kopf, bis dann eine Stimme durch den Saal donnert: "The Show ist out. You have survived. Go home!"

Eine geniale Reise hat ein Ende, die Realität uns wieder – aber es bleibt die Hoffnung, daß er uns bald wieder mitnehmen möge in seine Welt, uns willkommen heißt in seinem Alptraum.

Nach dem Leipziger Konzert war für mich ersteinmal wieder sonnenklar – in Dresden will ich unbedingt rechtzeitig dasein – Ihr wißt schon – zeitiges Kommen sichert ja die sprichwörtlich besten Plätze. Nun ja, und genau das ist dann auch noch fast in die Hose gegangen. Ich war zwar zeitig genug da um mir alle möglichen Körperteile abzufrieren (ca. 16.15 Uhr und die Nr. 2 in der Warteschlange am Einlass), aber...

Da es so saukalt war und auch die Ordner draußen warten mussten, wurden wir bereits gegen 18.45 Uhr in die Halle eingelassen, allerdings noch nicht in den eigentlichen Saal. Ihr ahnt es sicherlich schon – es gab dort natürlich 2 Eingänge ins Allerheiligste und wir standen natürlich –

AM FALSCHEN!!!! Dort wurde überhaupt nicht geöffnet!!!

Ich dachte, ich muss gleich ausflippen - meinen kalt erstandenen Platz aufgeben, das war ja voll die Härte! Also zur zweiten Tür, an der – na logisch – schon eine riesige Menschentraube wartete. Aber egal, da mussten wir eben durch – durch die Menschen. Am Ende gab es ein kurzzeitiges und gewaltiges Gedränge und schon war alles vergessen, ich stand in der 2. Reihe – Mitte – vor mir eine Frau, die mir nur bis zur Oberlippe reichte – Glück im Unglück, man muss eben immer das Beste draus machen.

Auf die Dogs DÀmour hab ich mich dann richtig gefreut, wie schon in Leipzig, gute Musik (nach meinem Geschmack), man wird wieder warm und die Zeit vergeht. Nur der Sänger hatte am Ende seines Auftritts irgendwie ein Problem mit `nem Finger, als er sich voller Ekstase auf den Boden warf. Nicht eben sehr günstig, so als Gitarrist auf einer laufenden Tour. Aber vielleicht war es ja auch garnicht so schlimm, wie es aussah. Beim Rausgehen hat er ja auch schon wieder gegrinst...

Die halbe Stunde Umbau wurde dann wiedermal eine Qual, Spannung baut sich auf und wird irgendwann kaum noch erträglich, die Minuten vergehen einfach nicht und dann geht tatsächlich das Licht aus... Gebrüll... die Musik fängt an zu spielen... der Samurai schlägt die Trommel... ich bekomme jedesmal aufs neue eine Herzattacke... Du glaubst es geht nicht mehr... – und dann endlich steigt der Meister aus den Untiefen herauf um uns in die Drachenstadt des brutalen Planeten mitzunehmen, auf dem Sex, Tod und Geld... naja, Ihr wißt schon...das Publikum tobt vom ersten Takt an und ist auch das gesamte Konzert hindurch absolut voller Power und erstaunlich textsicher. Nur die Securities gucken manchmal ganz verstohlen und ungläubig auf die Bühne.

Der Schlachthof war brechend voll, ja und was soll ich sagen, die Leute, die das hier lesen, wissen genau, welche Songs gespielt wurden, und wie man sich selbst dabei fühlt. Einfach himmlisch, man merkt seinen Körper nicht mehr, ist stimmgewaltig am Mitsingen, versucht alles in sich aufzusaugen und ja keine kleine Geste, kein Lächeln oder keinen furchterregenden Blick zu verpassen. Spätestens bei der Köpfungsszene wird mir immer schmerzhaft bewußt, wie schnell das doch alles geht und das auch schon 50% der Show hinter uns und nur noch etwa genausoviel vor uns liegt. Grauenhafte Vorstellung... Aber dann ist vorerst alles vergessen, Alice wird wieder zum Leben erweckt und der Wahnsinn geht weiter – auf der Bühne und in meinem Bauch! Am Ende weiß ich garnicht so genau, ob das nun gut ist, wenn Britney geköpft wird – die Vorstellung hat zwar schon ihren Reiz, allerdings ist dann auch die Show zu Ende!

Nun ja, zumindest war es wiedermal der absolute Wahnsinn. Ich denke immer, das kann doch nicht mehr getoppt werden. Aber Mr. Cooper schafft es immer wieder, mich zu überraschen! Auch wenn man manche Elemente schon fast selbst spielen könnte, ich kann mir kaum vorstellen, wie es wäre, wenn er z.B. „The Ballad of Dwight Fry“, das süße Baby oder gar seine Hinrichtung auslassen würde?! Da jedoch die anderen Titel (bis auf ein paar Ausnahmen) auch immer mal wechseln, wird es ja nie wirklich langweilig (das ist sowieso das völlig falsche Wort für diese Bühnenshow... ). Am Ende ist man sowieso immer schlauer. Ich hatte so für mich entschieden, das 2 Konzerte für mich i.O. sind, warum bin ich eigentlich immer so naiv? Ich hätte noch mindestens Berlin und München mitnehmen können und müssen!

HÄTTE...

Aber egal, jetzt ist es sowieso nicht mehr zu ändern, ich schaue zurück und erinnere mich an so viele wunderbare Momente mit Alice auf der Bühne, das kann mir niemand mehr nehmen.

Also dann, bis zum nächsten Jahr...

 

© Silke Winter und St. Wagner, exclusiv für www.palerider.de, Februar 2003


 


[Home]   [Fan-Specials]   [Buddy-Check]   [Alice Forum]   [Kleinanzeigen]   [FanPics]   [email]