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6 RIPPENBRÜCHE FÜR DEN KINDERCOACH
Ruhr Nachrichten vom 15. August 1997

Er war der erste Schockrocker - lange, bevor Kiss ihre martialischen Kostüme anzogen. Alice Cooper trat mit lebenden Würgeschlangen, elektrischem Stuhl und einer Guillotine auf, vergoß eimerweise Kunstblut und verunglückte mehrmals bei seinen gewagten Shows. Aber die Rückwelt verdankt ihm auch Hymnen wie „School’s Out“, „Under My Wheels“ und „Lost In America“. Diese und andere Songs aus seiner mittlerweile 30jährigen Karriere hat Alice Cooper für das gerade erschienene Live-Album „A Fistful Of Alice“ (EMI) neu eingespielt; eine Deutschlandtournee für den Herbst wird gerade vorbereitet.

Frage: Wie lebt der echte Alice Cooper?

Cooper: Ich lebe in Arizona in der Wüste. Ich habe ein großes Haus und drei Kinder. Mit meiner Frau bin ich seit 21 Jahren zusammen. Ich bin so eine Art Super-Dad da draußen. Ich coache meine Kids in Fußball und Baseball. Alle Kinder der Gegend kennen mich nur als „Coach Cooper“.

Frage: Wie alt sind Deine Kinder?

Cooper: Mein Sohn ist zwölf, meine Töchter sind 16 und vier Jahre alt. Die Eltern der Freunde meiner Kinder kennen mich als den Alice Cooper, vielleicht auch die Freunde meiner 16jährigen Tochter, für all die anderen bin ich jedoch nur Coach Cooper. Wenn meine kleine Tochter einmal eines unserer Musikvideos sieht, dann ruft sie: Oh, da ist Alice Cooper. Aber sie meint nicht mich.

Frage: Wann hast du Dir selbst eingestanden, daß du Alkoholiker bist?

Cooper: Ich fand es erst sehr spät heraus, nämlich als ich merkte, daß es sich zu meinem Patentrezept entwickelt hatte. Ich schlüpfte in das Alice Cooper-Outfit, trug mein Make-Up auf und genehmigte mir einen Drink. Alkohol gehörte für mich dazu. Ich war niemals betrunken oder so. Ich habe nie einen Auftritt vermasselt, aber der Alkohol hat mich von innen heraus aufgefressen. Physisch und mental. Ich war so abhängig! Mir fiel es erst auf, als ich bereits nicht mehr in der Lage gewesen wäre, ein Interview zu geben, ohne zuvor ein großes Glas Whisky getrunken zu haben. Gab ich 20 Interviews pro Tag, waren das 20 Drinks.

Frage: Was war Alice Coopers schlimmster Unfall?

Cooper: In Vancouver fiel ich 1975 von der Bühne und brach mir sechs Rippen. Es war in der „Nightmare Show“ vor 30.000 Leuten, ich sollte die Dämonen wieder zurück in die Spielzeugkiste treiben, ich trieb die Tänzer also zurück, machte einen Schritt zurück und stolperte über eine Schnur. Wie ein Stage-Diver. Nur war der Sturz ziemlich tief und niemand war da, der mich aufgefangen hätte. Ich fiel auf einen Fotografen, brach mir dabei die Rippen und schlug später mit dem Kopf auf den Asphalt. Ich musste mit 20 bis 25 Stichen genäht werden. Ich fühlte mich, als hätte mich jemand mit einem Baseball-Schläger bearbeitet. Benommen sang ich noch vier Texte, erst dann sah ich plötzlich 60.000 Leute und verlor fast das Bewusstsein. Im Krankenhaus flickten sie mich zusammen. Am nächsten Tag brauchte ich in dem Krankenhausbett gut eine Stunde, um mich umzudrehen. Das war bei weitem das Schlimmste. Erst während der letzten Tour habe ich mir eine andere Rippe gebrochen. Wir haben da diese West Side Nummer gebracht, ich sollte eine Jet fangen. Der Tänzer haute mir dabei aus Versehen sein Knie zwischen die Rippen. Ich brauchte vier Monate, bis ich wieder mit einem Golfschläger ausholen konnte.


 

 


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