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Schock-Rock Berliner Morgenpost, 19. April 1999
Die
Auferstehung des Alice Cooper
«Mein Beitrag zum Rock'n'Roll ist das Theatralische. Ich habe bewiesen, daß man Musik und Theater zur gleichen Zeit machen kann», sagt Alice Cooper.
Der dämonische Schreihals mit den schwarz geschminkten Augen schockte sein Publikum, indem er neben Guillotine und Galgen auch eine lebende Boa Constrictor auf die Bühne brachte. Im richtigen Leben heißt er Vincent Damon
Furnier und wuchs als Sohn eines Predigers in Phoenix, Arizona, auf. 1968 taufte er seine Gruppe dann Alice Cooper. Als Grund gab er an, er hielte sich für eine wiedergeborene Hexe gleichen Namens aus dem 17.
Jahrhundert.
«Schon vor David Bowie, Kiss und all den anderen haben wir uns die Gesichter geschminkt, Blut gespukt und Szenen gespielt», betont der Rock-Haudegen. «Alice war ein Produkt von Film und Fernsehen.
Deshalb entstieg er bei einer unserer letzten Tourneen auch direkt einem Fernsehapparat», lacht Furnier, der sich selbst als «filmsüchtig» bezeichnet und in seinem Haus 22 Fernsehgeräte installiert hat.
«Einen eigenen
Sound bekamen Alice Cooper erst, als wir 1971 Produzent Bob Ezrin trafen und das Album «Love It To Death» einspielten», resümiert der Frontmann heute. Ezrin entwickelte den schmirgelnden Hard-Rock-Sound der Kapelle, die mit
«Eighteen» prompt ihren ersten Hit landete. Parallel bauten die langmähnigen Rocker ihre Bühnenshow aus, steckten ihren Sänger in eine Zwangsjacke und setzten ihn auf den elektrischen Stuhl. Mit seinem wilden Make-up und
grellen Kostümen hielten ihn viele im prüden Amerika für einen Transsexuellen. Die Band nutzte die Aufmerksamkeit und landete mit «School's Out» und «Elected» weitere Hits.
Und dann die Solo-Karriere: «Als Folge
unserer Exzesse konnten wir nicht mehr zusammenfinden», erläutert Furnier/Cooper. Er selbst war inzwischen zum Alkoholiker geworden und ging auf Entziehungskur. In den Achtzigern nahm seine Popularität stetig ab, bis ihm mit
«Trash» (1989) das Comeback gelang.
Seit 35 Jahren gibt Furnier nun den Alice Cooper ab, dabei vermittelt er dem Publikum stets die Illusion seines Todes: «Auf der Bühne rauscht jede Nacht das Fallbeil der Guillotine
nur zehn Zentimeter an mir vorbei», erzählt er gelassen.
Heute gilt der Mann als «Pate des Schock-Rock», der in Marilyn Manson, Rob Zombie oder den Backyard Babies jugendliche Nacheiferer findet. Inzwischen gibt es auch
ein Cooper-Revival, besonders das junge Publikum strömt in seine Konzerte, um zu sehen, was ihre Eltern in ihrer Jugend faszinierte. In diesen Tagen erscheint die Vier-CD-Box «The Life & Crimes Of Alice Cooper», die einen
umfassenden Überblick über sein Schaffen gewährt. Die Box verschweigt dabei weder den unsicheren Beginn des jugendlichen Sängers noch den Split der Band oder die eher fragwürdigen Filmmusiken, die Furnier aufnahm. Henning
Richter
Das ist der Marilyn Manson eurer Eltern Boston Sunday Herald - 9. Mai 1999
 Alles Alte ist wieder Neu im Schok Rock
by Brett Milano
Er ist der Alptraum aller Eltern: Ein Mann mit dem Namen einer Frau, ein grelles Makeup und ein Outfit das selbst die
meisten Transvestiten seltsam finden. Seine Live-Shows sind eine Mischung aus sexueller Dekadenz, vorgetäuschter Gewalt und einer Überdosis von Gitarren Solos. Und das schlimmste daran, er hatte einen großen Hit indem er Kinder
ermutigte ihre Schule in Schutt und Asche zu legen.
Aber wenn ihr sein Handeln von der Straße haben wollt seit ihr zu spät! Wir sprechen hier nicht von Marilyn Manson, den
diesjährigen Bad Guy des Rock'n Roll. Wir sprechen von Alice Cooper, der das alles schon seit mehr als 25 Jahren macht.
Früher als Marilyn versuchte aus dem Kindergarten geworfen zu werden brachte Alice den Rock zu neuen Höhen der
Dekadenz. Einige Kids kauften das "School's Out" gerade deswegen, weil es in einer echten Unterhose eingepackt war.
Gerade wie heute Marilyn Manson hat Alice einen Job den er besser machte als irgendwer anders: Die Eltern der Kids sehr, sehr nervös zu machen.
Zum Beweis sehen sie sich die erste Hälfte von Rhino's neuer 4-CD Box, "The Life And Crimes Of Alice Cooper" an.
Nennt ein Tabu, Alice sang darüber. Gewalt ("Dead Babies"), Nekrophilie ("I Love The Dead"), Geisteskrankheit
("Ballad of Dwight Fry") und auch einfach nur schlechte Einstellung ("No More Mr. Nice Guy") - es ist alles da.
Wie sein Gefährte Ted Nugent und MC5 kamen Alice und seine Gruppe aus Detroit's Untergrund-Metall-Szene. So erschreckend und unheimlich wie die Szene die Manson hervorbrachte.
Als lange Haare schon genügten um die Augenbrauen hochzuziehen war nichts unheimlicher als ein Kerl der eine Boa Constrictor streichelte und sich zum Ende jeder Show köpfen ließ.
Im Grunde seines Herzens war Alice schon ein Punk-Rocker lange bevor diese Bezeichnung überhaupt existierte.
Während der Blütezeit des fortschrittlichen Rock hatte er eine Band die nicht spielen konnte aber sich darum nicht sorgte -
Aber seine Karriere ging nicht den Berg hinunter bis er diese Band durch eine andere ersetzte. Aber er gab der Original
Gruppe einen glanzvollen Abgang mit dem 1974'er Hit "Muscle Of Love". Es war der Punkt an dem die meisten gewagten
Titel auf einem Album zu finden waren - was Cher und Liza Minelli nicht davon abhielt darauf aufzutreten.
Marilyn Manson wäre der erste der zugeben müßte ein paar Tricks von Alice gestohlen zu haben. Sein Album
"Mechanical Animals" zahlt dem Glitter Punk Sound der 70'er Tribut - genug um es zu seinem erfolgreichsten bis jetzt zu
machen. Aber Manson hat den Stil von Cooper nicht gestohlen, sondern vielmehr aktualisiert. Er ist vernünftig genug um
zu wissen das die heutigen Tabus andere sind und du die Leute in den 90'ern nicht verletzen kannst ohne Drogen und Religion ins Spiel zu bringen. Im Gegensatz dazu ist Cooper eingeschworener Hedonist, dessen Droge Bier war.
Daher Manson's aufrührerische (und oft gut durchdachte) Attacken gegenüber organisierter Religion, welche
wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit als seine Musik auf ihn zieht. Und daher sein letzter Hit "The Dope Show", eine
Hymne zur Verantwortungslosigkeit auf die Cooper wohl stolz wäre. Eine Zurückweisung oder Verläßlichkeit - aber so waren alle 60'er Hymnen die nun in der Werbung für Autos erscheint.
Cooper und Manson haben ihre Karrieren auf dem selben Fundament errichtet: Ein wenig Sympathie für Aussenseiter
gekreuzt mit sehr viel altmodischer Showbiz Hausiererei. Und der Erfolg beider gedeiht auf Kontroverse: Gerade als die
Leute vor ihm erschrocken sind, kündigte Cooper (auf der 1972'er Single "Elected") an der nächste Präsident zu werden.
Als Manson sich kürzlich selbst zum Anti-Christen erklärte hob er nur seinen Einsatz.
Cooper's verheerendster Fehler war als er die dekadente Haltung zu früh aufgab. Knapp zwei Jahre nach "School's Out"
schreckten die Fans zurück als er regelmäßiger Gast bei "The Hollywood Squares" war. Von da an ging es Abwärts als er
begann sich mit ehrbaren Berühmtheiten wie Vincent Price und George Burns zu treffen und enthüllte das sein liebstes
Hobby - oh Horror - Golf sei. Er war im Radio mit Balladen ("Only Women Bleed", "You And Me") zu hören und zum
Ende der 70'er als er Konzept-Alben über Alkoholismus und seine Zeit in der Rehabilitation machte. Überhaupt nicht lustig.
Aber Manson zeigt keine Zeichen des Rückzugs. Gerade jetzt nach der Tragödie in Littleton, Col. (welche ihn genauso
erschreckte wie jeden anderen auch) derer er beschuldigt wird. Trotzdem stoppte Manson seine Tour und veröffentlichte
ein Statement in der er darauf hinwies das "Ignoranz, Haß und der Zugriff auf Waffen" mehr Schaden anrichtet als eine Rock CD.
Unterdessen erlebt jeder der in den 70'ern aufwuchs ein Deja Vu: Einige Millionen Alice Cooper Fans wuchsen auf und wurden vernünftige, gut eingestellte Eltern. Und jede Wette, die Manson Fans werden es genauso machen.
Einer, der auf der Bühne den Kopf verliert Der nimmermüde Schockrocker Alice Cooper in der Deggendorfer Stadthalle Deggendorfer Zeitung - 06. Juli 2000
Er sieht noch immer so aus, als könnte er sein Geld bedenkenlos in der Geisterbahn verdienen. Auch mit 55 Jahren spielt
Alice Cooper den Schockrocker mit den schwarzumrandeten Augen, der vor allem durch die Grusel-Effekte bei seinen
Auftritten auffällt. Den etwa 550 Fans, die am Dienstagabend in die Deggendorfer Stadthalle gekommen waren, bot der
Altmeister eine gut 100-minütige überwältigende Show für Augen und Ohren. Wer sonst lässt sich schon auf offener Bühne den Kopf abhacken, meuchelt eine Monster-Babypuppe oder wird in eine Zwangsjacke gesteckt?
Wer Sinn für Theatralik hat, ist bei Alice Cooper richtig. Umgeben von fünf Musikern, die seine Söhne sein könnten und
einen soliden Lärmwall errichteten, spielte der 55-jährige zu Beginn vor allem die Lieder seines neuen Albums "Brutal
Planet". Und um die hat der Schockrocker eine Bühnenshow gestrickt, die es in sich hat. Denn eigentlich ist Alice Cooper
ja ein grosser Moralist, der in seinen Songs den verrohten Zustand der Welt anprangert. "I'm a wicked man" beschreibt er sich. Da schwingt er die Peitsche, bastelt einen Frankenstein und es fliesst Blut.
Nach der Wiederauferstehung des Altmeisters hört das zum Teil erstaunlich junge Publikum die grossen Hits des Alice
Cooper. "I'm eighteen" singt er augenzwinkernd mit einer Krücke unter dem Arm; bei "School's out" oder "Poison" kennen
die Fans jede Textzeile. Mit "My Generation" von The Who, verabschiedet er sich. Doch das Publikum lässt Alice
Cooper erst nach drei Zugaben von der Bühne. Nicht schlecht für einen, der jeden Abend seinen Kopf verliert.
ALICE COOPER: "DRAGONTOWN” By DAN AQUILANTE For NYPOST.COM
October 9, 2001 -- ALICE COOPER "Dragontown" Spitfire Records
Even a metallurgist as skilled as Alice Cooper would have trouble equaling, let alone topping, last year's "Brutal Planet," a career milestone.
In "Dragontown," a continuation of Cooper's "Brutal" triad, Cooper seems to have lost his sense of humor and satirical
edge. While the new disc has all the head-banging chops down cold, the concept is a drag. OK, the world is a bad place - but who needs to hear it from Alice Cooper?
ALICE COOPER: Stern auf dem Walk Of Fame von der AP am 02.12.2003
Los Angeles (AP) In vollem Make-up hat Rockstar Alice Cooper seinen Stern auf dem "Walk of Fame" entgegengenommen. Etwa 300 Fans begrüßten ihn am Dienstag zur Zeremonie vor dem Hollywood "Roosevelt Hotel" auf
dem Hollywood Boulevard in Los Angeles. Der 55-Jährige gab Autogramme und posierte mit der Pythonschlange eines
Fans für ein Foto. Cooper erinnerte sich an seine Anfänge in Hollywood, als er und seine Bandmitglieder nicht genug Geld für ein Frühstück hatten.
"Wir gingen über die Namen von Vincent Price, Boris Karloff und Belga Lugosi und hätten niemals daran gedacht, dass
unsere Namen je auf dem 'Walk of Fame' erscheinen würden", sagte Cooper. "Es ist wirklich ein Privileg, hier zu sein."
Der Rockstar ist bekannt für seine grausigen Bühnenshows, bei denen Guillotinen Köpfe abschlagen, Hinrichtungen
simuliert und blutige Puppen gezeigt werden. Zu seinen Alben gehören "Killer", "Welcome to My Nightmare" und "The Eyes of Alice Cooper".
Coopers Stern liegt zwischen denen von Gene Autry und Hugh Hefner. "Ich verspreche, jedes Mal, wenn ich diese Straße entlanggehe, werde ich diesen kleinen Stern putzen", sagte er.
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